Der Minicomputer Raspberry Pi

Ein Bild vom Minicomputer Raspberry PI
Der Raspberry PI – Bild von GijsbertPeijs

2012 kam ein Gerät auf den Markt, dessen Erfolg nicht unbedingt gewährleistet war. Die Rede ist von dem Minicomputer Raspberry Pi, der gerade einmal so groß wie eine Kreditkarte ist und dennoch all das bieten soll, was sich sonst auch auf einem normalgroßen Rechner vereint. Sein großer Vorteil sind die geringen Anschaffungskosten. Online kann man den Raspberry Pi schon ab 35 Euro bestellen, wenn man das nötige Zubehör dazurechnet, beispielsweise Gehäuse und Netzteile als Erstausstattung, dann liegt man kaum bei mehr als 50 Euro. Das Gerät wurde von seinen Machern, der Raspberry Pi Foundation, eigentlich aus dem Grund ins Leben gerufen, weil sie der Meinung waren, die heutigen Studenten gingen einfach viel zu unvorbereitet in das Studium im IT-Bereich. Viele unter ihnen (am Beispiel der britischen Universitätsstadt Cambridge) hatten nicht einmal die rudimentärsten Kenntnisse in Bezug auf das Programmieren.

Um den Schülern und Studenten die Möglichkeit zu geben, sich die entsprechenden Kenntnisse noch vor ihrem Studium anzueignen, ohne dafür viel Geld auszugeben und die Computer ihrer Eltern zu malträtieren, wurde der Raspberry Pi entwickelt, der übrigens genauso wie das englische Wort für Himbeerkuchen (Raspberry Pie) ausgesprochen wird. Der Zusatz Pi steht als Kurzform für den Begriff „Python Interpreter“, denn ursprünglich war geplant, den Rechner mit eingebautem Interpreter für die Programmiersprache Python auf den Markt zu bringen. Und warum nun genau Raspberry? Nun ja, bei Herstellern von Computern hat es sich mittlerweile als eine Art Tradition entwickelt, den Geräten Früchtenamen zu geben. Dies hat man schließlich bereits bei Apple oder Acorn sehen können.

Selbst Nutzer, die sich im Bereich des Programmierens rein gar nicht auskennen, können schon nach kurzer Zeit Fortschritte mit dem Himbeer-Computer machen und dabei Schritt für Schritt lernen, was sie für ein Studium im IT-Bereich beispielsweise alles wissen müssen. Inzwischen ist das Modell Raspberry Pi B auch auf den Markt gekommen, das nicht mehr, so wie das Anfangsmodell, in China sondern in Großbritannien produziert wird. Es ist leistungsstärker als sein Vorgängermodell und verfügt über mehr Speicherplatz. Wer darüber nachdenkt, ein solches Gerät beispielsweise an Weihnachten zu verschenken, der sollte sich definitiv an das Modell B halten. Mehr Informationen und technische Details über beide Raspberry Pi Modelle gibt es übrigens hier: http://raspberrypiguide.de/.

Der große Erfolg, den der Rechner, der noch nicht einmal seit zwei Jahren auf dem Markt ist, bisher verzeichnen konnte, ist selbst seinen Entwicklern ein Rätsel. Insgesamt wurden bereits zwei Millionen Geräte verkauft und zwar nicht nur für Schüler und Studenten, die damit den Zweck verfolgen, für den der Rechner ursprünglich entwickelt worden war, sondern auch erfahrene Bastler sind dem Raspberry Pi mittlerweile verfallen (siehe http://www.spiegel.de/netzwelt/web/mini-rechner-zwei-millionen-raspberry-pi-verkauft-a-934152.html). Man kann als Käufer selbst entscheiden, welches Betriebssystem man für den Rechner verwenden möchte. Anschließen kann man an das B Modell zwei USB Stecker. Außerdem lässt sich das Gerät außerdem für zahlreiche zusätzliche Zwecke nutzen. So verraten die Unmengen an Bastelanleitungen, die für den Raspberry Pi mittlerweile im Internet kursieren, beispielsweise, dass man ihn auch als W-Lan Drucker, Airplay-Lautsprecher oder C64 Emulator nutzen kann.

Bild von  GijsbertPeijs

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